Bugfoundation

Nachhaltigkeit auf den Teller!

Im Gründungsjahr der Bugfoundation, in 2014, beäugte manch einer die Produktidee noch skeptisch. Doch inzwischen ist Deutschlands erster Insektenburger längst im wahrsten Wortsinne in aller Munde! So beweisen die beiden Firmengründer Baris Özel und Max Krämer jeden Tag, dass Ökologie und Ökonomie nicht nur unter einen Hut, sondern auch auf einen Teller passen. Und dass Nachhaltigkeit richtig gut schmecken kann.

Als erstes deutsches Unternehmen kreiert die Bugfoundation GmbH aus Osnabrück schmackhafte, gesunde und besonders nachhaltige Qualitätslebensmittel – aus Insekten. Was während einer Weltreise zweier Freunde und einem abenteuerlichen Essen in Südostasien begann, entwickelte sich zu einem preisgekrönten und EU-geförderten Unternehmen.

 

Erst seit April 2018 sind die Burger, die zu einem Drittel aus zermahlenen Buffalowürmern bestehen, auf dem deutschen Markt erhältlich, haben aber schon jetzt eine rasante Erfolgsgeschichte aufzuweisen. Inzwischen sind die Burger der Bugfoundation in hunderten Filialen der Supermarktketten Rewe und Edeka erhältlich. Im vergangenen Jahr testete die Burgerkette „Hans im Glück“ das Produkt ebenfalls für drei Monate im Sortiment und zeigte sich anschließend begeistert von der Resonanz der Gäste.

Überzeugende Argumente
Aber weshalb sind Burger aus Insekten eigentlich nachhaltiger als solche aus Rindfleisch? „Insekten verwerten Futter deutlich besser als andere Tiere“, erklärt Baris Özel, Mitbegründer der Bugfoundation. „Im Vergleich zu Rindfleisch brauchen wir für dieselbe Menge Proteine nur ein Zehntel der Futtermittel, wesentlich weniger Wasser und nur ein Hundertstel der Treibhausgase“, ergänzt sein Firmenpartner Max Krämer. Überdies werden die Buffalowürmer zu 100 Prozent verarbeitet und brauchen in der Zucht keine Antibiotika.

 

Derzeit werden die Insekten noch auf speziellen Farmen in den Niederländen gezüchtet und dann vor Ort mit anderen Zutaten vermengt, schockgefroren und nach Deutschland transportiert. „Aktuell arbeiten wir aber schon an Schritten, um die Produktion nach Deutschland zu verlagern, um Transportwege zu reduzieren und somit auch die Nachhaltigkeit noch zu steigern“, verrät Özel.

 

Überhaupt treten die beiden Firmengründer, die ihr erstes Büro auf dem Dachboden von Özels WG-Zimmer eingerichtet hatten, nicht auf der Stelle – ganz im Gegenteil. Inzwischen arbeiten sechs Vollzeitkräfte bei der Bugfoundation, zwei Werksstudenten und zwei Praktikanten ergänzen das Team. Die Büroräume sind mitgewachsen und inzwischen ist die Bugfoundation in direkter Nachbarschaft des Piesberger Gesellschaftshauses in einer schmucken Villa zuhause.

 

Prototyp für die erste Insektenbratwurst
Dort wird von einer Produktentwicklerin inzwischen in der eigenen Experimentierküche fleißig an neuen Rezepturen und Produkten gearbeitet. Noch in diesem Jahr wird der Kühlburger den bisherigen Burger aus der Tiefkühlabteilung ablösen. Auch der Prototyp für die erste Insektenbratwurst ist bereits entwickelt. Özel und Krämer sind stets die Ersten, die die neuen Produkte testen. Doch sie holen auch viele weitere Meinungen ein. Beispielsweise bei einem öffentlichen Probeessen im Piesberger Gesellschaftshaus im vergangenen Jahr, bei dem mehr als 100 Osnabrücker kamen, um fünf verschiedene Burger zu probieren und zu bewerten.

 

Und das Unternehmen will weiter wachsen. „Noch 2017 haben wir gerade mal einige hundert Kilo produziert, mittlerweile sind wir im zweistelligen Tonnenbereich“, berichtet Krämer. „Wir arbeiten jetzt am Ausbau des Vertriebs, wollen Prozesse optimieren und effizienter werden und nicht zuletzt auch internationalisieren“, ergänzt Özel.