Bedürfnis erkannt, Lösung auf den Weg gebracht

OsnAction – smarte Freizeitgestaltung per App

Freizeitangebote gibt es in Osnabrück und in unmittelbarer Umgebung jede Menge. Häufig wird es jedoch zur Herausforderung, sich über die zahlreichen Möglichkeiten zu informieren. Was den Bürgern der Stadt bislang fehlt, ist eine zentrale Informationsquelle. Genau diese Lücke hat ein engagiertes Team von angehenden Gründern identifiziert. Seit einigen Monaten arbeiten sie nun an einer Lösung – und die Aussichten stehen mehr als gut.

Bilal Erkin und Mareike Ehrnst sind auf gutem Weg, ihre Idee für eine Freizeit-App für Osnabrück vom Whiteboard in die Realität zu führen.

Es gibt Ideen, die allmählich heranreifen – und es gibt diesen einen Geistesblitz, der einen nicht mehr loslässt. So ging es Bilal Erkin und seinem Schwager Fatih Damat. Sie waren auf der Suche nach Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Doch ihre Online-Suche zeigte, dass es sich als äußerst schwierig erweist, entsprechende Angebote gebündelt zu finden. Kurzerhand entschlossen sich die beiden, eine App zu realisieren, die Osnabrückern mit minimalem Aufwand praktische Tipps an die Hand gibt.

Es sollen kostenfreie und kostenpflichtige Angebote zusammengestellt werden, die man allein, als Gruppe oder gemeinsam mit Kindern erleben kann – sowohl Indoor als auch Outdoor. Es werden beispielsweise Spielplätze, Sehenswürdigkeiten, Ausflugsziele und Veranstaltungen jeder Art gelistet. Oder anders gesagt: Die App ist für jeden Osnabrücker gedacht, der etwas in Osnabrück unternehmen möchte.

Idee mit großer Strahlkraft für die Stadtentwicklung

Mit ihrer Idee für OsnAction nahmen Bilal Erkin und Fatih Damat am OsnaHack 2020 im InnovationsCentrum (ICO) teil. Ziel der zweitägigen Veranstaltung: Ideen entwickeln, die Osnabrück als Stadt smarter machen und im Sinne der Bürger noch lebenswerter gestalten. Dass die App, die auf Künstlicher Intelligenz (KI) und Machine Learning basiert, großes Potenzial für die Stadtentwicklung aufweist, wurde der OsnaHack-Jury offenbar klar: OsnAction belegte den zweiten Platz.

Siebenköpfiges Team arbeitet unentgeltlich an OsnAction

Der OsnaHack erwies sich als Sprungbrett: Die SWO Netz GmbH, Netzgesellschaft für Osnabrück und OsnaHack-Mitveranstalterin, unterstützt das Team hinter der App durch Sparringspartner im Bereich Projektmanagement (nach Scrum) und stellt Räumlichkeiten zur Verfügung.

Mareike Ehrnst, freiberufliche Entwicklerin, nahm als Mentorin am OsnaHack teil und stieß nach dem Event zum Team hinzu, um unter anderem die Öffentlichkeitsarbeit zu übernehmen: Sie sei sofort begeistert und von dem Vorhaben überzeugt gewesen.

Es hat sich inzwischen eine Teamkonstellation mit folgenden Verantwortlichkeiten ergeben: Bilal Erkin (Product Owner), Fatih Damat (Business Development), Mareike Ehrnst (Programmierung und Business Development), Simon Martens (Programmierung, KI), Jakob Dyck (Programmierung, KI), Justus Watermann (UI Design) und Jawaher Hamo (UX Design).

Künstliche Intelligenz für maximalen Datenschutz

Der erste Prototyp soll ab April 2021 im App-Store und im Google-Play-Store downloadbar sein. Zusätzlich wird es eine Desktop-Variante geben, damit auch Menschen, die weniger digital aufgestellt sind, von dem Angebot profitieren können.

Eine Besonderheit ist die Funktionsweise von OsnAction. Denn Datenschutz habe höchste Priorität, so Mareike Ehrnst: Es werden zu keiner Zeit persönliche Daten gesammelt und gespeichert. Die App nutzt ausschließlich die Suchanfragen des Nutzers, um mittels Machine Learning ein intelligentes Suchmuster aufzubauen.

Der Nutzer gibt also bei jeder Suche neue Parameter ein, aus denen die OsnAction ein Profil ohne Account erstellt, um potenziell interessante Hotspots in der Stadt und Veranstaltungen vorzuschlagen. Vergleichbar mit einer anonymisierten User-ID.

Freizeitgestaltung ganzheitlich abdecken

Eine Monetarisierung sei erstmal nachrangig, zunächst sollen lediglich die Kosten gedeckt werden, weshalb aktuell Investoren gesucht werden. Im Vordergrund steht der Mehrwert der App: Es soll „eine App von Osnabrückern für Osnabrücker sein, die das unglaublich vielfältige Freizeitangebot der Stadt sichtbar macht“, so Mareike Ehrnst.

Aktuell befinden sich verschiedene Finanzierungsmodelle in der Diskussion; für den Endnutzer soll die App aber dauerhaft kostenlos bleiben. Für Veranstalter soll es die Möglichkeit geben, über einen verifizierten Account Termine einzutragen.

Eine Herzensangelegenheit sei es hier, neben den großen Veranstaltern auch kleinere abzuholen: „Uns ist es wichtig, dass wir auch kleine Künstler und Unternehmen unterstützen, die wenig sichtbar sind – und aktuell durch die Pandemie besonders leiden“, so Mareike Ehrnst.

Ein grober Fahrplan für die weiteren Entwicklungsschritte der App steht, wird aber aufgrund der derzeitigen Planungsunsicherheit bedingt durch die Covid-19-Pandemie flexibel gehalten. Doch das Team ist optimistisch. Der große Wunsch sei es, irgendwann das Angebot überregional zu erweitern und weitere Städte und Landkreise anzuschließen.